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Montag, 25. März 2019
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Unauflösbar

Text: Mathias Schulze; Bild: Claudia Heysel

Terror, Studio – Anhaltisches Theater Dessau, vom 7. bis 25. März, alle Termine: www.anhaltisches-theater.de

„Terror" von Ferdinand von Schirach ist eines der meistgespielten Stücke der letzten drei Jahre in deutschen Theatern. Auch weltweit wird es inszeniert. Nun ist „Terror" unter der Regie von Wolfgang Hagemann auch im Studio des Anhaltischen Theaters Dessau zu sehen. Eine Bühnenkritik

Im Studio des Anhaltischen Theaters erstrahlen die Wände und der Boden im klinischen Weiß, überall wimmeln schwarze Punkte. Tische und Stühle, nur ein blauer Bildschirm in der Mitte der Bühne durchbricht die Fiktion eines Gerichtssaals, das Bühnenbild stammt von Moritz Nitsche. Die juristische Beratung kommt von Gunnar von Wolffersdorff. Sind alle
Ambivalenzen vor der Tür der Justitia ausgeschlossen? Stefan Reck begrüßt als Vorsitzender des Gerichtes das Publikum: „Vergessen Sie alles, was sie über diesen Fall gehört haben! Hören Sie gut zu, am Ende müssen Sie über das Schicksal eines Menschen entscheiden!" Schuldig oder nicht schuldig?

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Ein königlicher Tausch

Belgien 2018; Regie: Marc Dugain; Darsteller: Lambert Wilson, Anamaria Vartolomei, Olivier Gourmet

Frankreich, 1721. Nach einem Roman von Bestsellerautorin Chantal Thomas und basierend auf wahren Ereignissen wird ein Sittenbild des Adels im 18. Jahrhunderts gezeichnet. Zurück geht es in eine Zeit der Nationalstaaterei. Und was tut man da nicht alles, um den Frieden mit Spanien zu besiegeln. Es geht um einen Prinzessinnentausch und um eine Heirat zwischen einem elfjährigen Jungen und einem vierjährigen (!) Mädchen. Was für ein Konflikt, Kinder als Verhandlungsmasse, Pflichten treffen auf Neigungen. Ein visuell opulentes und stark gespieltes Historiendrama.

Ein königlicher Tausch, ab 28. Februar, Schauburg

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Green Book – Eine besondere Freundschaft

USA 2018; Regie: Peter Farrelly; Darsteller: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini

Der Film ist inspiriert nach einer wahren Geschichte, 1962 geht der schwarze Pianist Dr. Don Shirley auf Konzert-Tour – von New York bis in die Südstaaten. Sein Chauffeur ist ein weißer Mann aus der Arbeiterklasse. Und das in einer Zeit, die von Gewalt und Rassentrennung geprägt ist. Natürlich ist das nicht weit weg von der Gegenwart, natürlich geht es hier um den Clash der Kulturen. Dennoch entwickelt sich eine Freundschaft. Im Rahmen der Verleihung der Golden Globe Awards 2019 wurde der Streifen als bester Film in der Kategorie Komödie oder Musical ausgezeichnet. Es gibt viel Humor, starke und emotionale Bilder und ein charmantes Plädoyer für Menschlichkeit.

Green Book – Eine besondere Freundschaft, ab 28. Februar, Schauburg

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Kirschblüten und Dämonen

Deutschland 2018; Regie: Doris Dörrie; Darsteller: Golo Euler, Aya Irizuki, Felix Eitner

Zehn Jahre nach „Hanami – Kirschblüten" erzählt die Regisseurin und Autorin Doris Dörrie die Fortsetzung der Geschichte um die Familie Angermeier aus dem Allgäu. Entstanden ist eine japanisch-deutsche Gespenstergeschichte, die um die bekannten Themen von Doris Dörrie kreist: Liebe, Verlust, Familienbeziehungen, die Schönheit und Grausamkeit des Lebens. Gedreht wurde im Allgäu und in Japan. Für manche Kinogänger sind Dörrie-Filme große, tränenauslösende Poesie, für andere hingegen substanzloser Kitsch. Entscheiden Sie selbst.

Kirschblüten und Dämomen, ab 7. März, Schauburg

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The Sisters Brothers

Frankreich, Belgien, Rumänien, Spanien 2018; Regie: Jacques Audiard; Darsteller: Joaquin Phoenix, John C. Reilly, Jake Gyllenhaal

Starkino! Im Gewande eines klassischen Westerns und mit überwältigenden Naturaufnahmen ausgestattet, kommt ein gewitzter Streifen in die Kinos, der als eine vielschichtige Meditation über Männlichkeit gelten kann. Die Sister Brothers sind skrupellose Auftragskiller, Leichen pflastern ihren Weg. Regisseur Audiard, der mit Filmen wie „Der Geschmack von Rost und Knochen" oder „Dämonen und Wunder" bereits schon ausgezeichnete
Klassiker vorzuweisen hat, nimmt den Gründungsmythos der USA und die patriarchalen Strukturen des Kapitalismus ins Visier. Die Verbindungslinien führen zur Gegenwart und zum Wahlerfolg von Donald Trump.

The Sisters Brothers, ab 7. März, Schauburg

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Die Stille im Lärm der Zeit

Marc, Macke, Nolde in Halle
Seit dem 8. Februar sind im halleschen Kunstmuseum Moritzburg diverse Meisterwerke aus der Sammlung Ziegler zu sehen. Eine der bedeutendsten Sammlungen zur Kunst des Expressionismus und der klassischen Moderne, umfasst sie Gemälde und Arbeiten auf Papier von Franz Marc (Abb., „Schlafendes Reh", Gouache und Bleistift auf Papier, 1913), aber auch von Macke, von Jawlensky, Heckel, Schmidt-Rottluff, Nolde, Feininger, Klee und Schlemmer sowie Beckmann, Hofer oder Dix. Nobelpreisträger Karl Ziegler begann 1958 mit dem Erwerb, 1981 gelangte die Sammlung ans Mülheimer Kunstmuseum, das sich im Umbau befindet. Erweitert ist sie nun bis zum 12. Mai an der Saale zu sehen.
Die Stille im Lärm der Zeit, Sammlung Ziegler in der Moritzburg, Halle bis 12. Mai, Mo–So 10–18 Uhr,mittwochs geschlossen, Eintritt: 10 (erm. 7) Euro, www.kunstmuseum-moritzburg.de
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Urban Hip-Hop - Bengio im Täubchenthal

Bengio, 26. März, Täubchenthal, 20 Uhr, www.arena-leipzig.de

Der Rapper Bengio entwächst mit dem Album "Wunderschönes Chaos" seinen Hip-Hop-Wurzeln,freilich ohne sie zu verlassen. Er war vorher beispielsweise mit Namika, ASD, Samy Deluxe, den Beginnern und Chefket unterwegs. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er seit der gemeinsamen Single und Tour mit Yvonne Catterfeld bekannt. Bei Bengio gibt es einen urbanen, modernen und zeitgemäßen Pop.

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Lina

27. März, Haus Auensee
Lina rebelliert für Individualität und möchte jeden bestärken, so zu sein, wie er möchte. Ihr Album "R3bellin" klingt erwachsener, weiblich und klare Themen setzend und bleibt dennoch Teil von Linas Welt. Doch man merkt auch,dass Lina Bock hat, in der gleichen Liga wie die US-Stars Taylor Swift oder Selena Gomez zu spielen!
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Ein Gauner & Gentleman

USA 2018; Regie: David Lowery; Darsteller: Robert Redford, Casey Affleck, Sissy Spacek

Kaum ist Forrest Tucker aus einer seiner zahlreich überfallenen Banken spaziert, erzählen die Angestellten von seiner netten und charmanten Art. Und doch muss er den größten Teil seines Lebens im Gefängnis verbringen, er erhält die Strafe lebenslänglich. Unzählige Ausbrüche folgen. Im Film wird Tuckers Geschichte als Rückblende erzählt, Schauspieler Robert Redford darf an der Grenze von Drama und Komödie das Porträt eines Gangsters entwerfen, das mit Lebensweisheiten und einer gehörigen Portion Humor aufwarten kann. Robert Redford als Antiheld ist in Bestform.

Ein Gauner & Gentleman, ab 28. März, Schauburg

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Finch Asozial

28. März, Täubchenthal
Pfeffi, Fliesentisch, Vokuhila – das ist Finch Asozial. Seine harten Texte übermalt Finch mit humorisitschenund sarkastischen Zügen. Nun erscheint sein Debütalbum "Dorfdisko". Eine Ode an seine Jugend, die erstemusikalische Sozialisation und die Aufarbeitung seiner Vergangenheit zwischen Broiler & DJ Heiko.
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Protest

Henry Rammelt, Marcel Schreiter und Ruxandra, auf dem Foto von links, bringen jetzt einen Dokfilm über die neue rumänische Protestkultur in Leipziger Kinos. Was sie dazu bewogen hat? Volly Tanner hat nachgefragt

Sie haben „Portavoce – Die rumänische Kultur des Protests" gedreht. Warum gerade Rumänien?

Rammelt: Rumänien war geradezu ein weißer Fleck auf der europäischen Landkarte zivilgesellschaftlichen Engagements. Die neuen Protestwellen, die wir in dem Film bearbeiten, waren für viele eine Überraschung, selbst für diejenigen wenigen, die politisch aktiv waren.
Schreiter: Ich kam 2015 nach Bukarest. Eine Woche nach meiner Ankunft ereignete sich die „Colectiv"-Tragödie, ein Brand in einem Bukarester Musikclub, bei welchem 64 Menschen ums Leben kamen. Dies war der Auslöser für massive Proteste in der Stadt. Dann folgten weitere Proteste; deren Häufigkeit nahm zu, die Botschaften wurden klarer, die Akteure sichtbarer.

Was unterscheidet rumänische Protestformen von hiesigen?

Rammelt: Für Rumänien ist ein traditionell niedrigerer Grad an unkonventioneller politischer Beteiligung zu beobachten. Proteste und Protestierende zeichnen sich durch ihre Neigung zu liberaldemokratischen Diskursen und durch gewaltfreie, disziplinierte
und „zivilisierte" Protestformen aus. Demonstrationen finden normalerweise nach der Arbeit statt und sind mehr durch die ständige kreative Weiterentwicklung der Protestrepertoires als durch kohärente Weltbilder geprägt.

Rumänien findet in den hiesigen Medien protestierend kaum statt. Ist das Stillschweigen Strategie oder einfach Unaufmerksamkeit?

Rammelt: Länder, die sich in der europäischen Peripherie befinden, genießen natürlich generell weniger Präsenz in deutschen Medien. Gleichwohl denken wir, dass die Proteste der letzten Jahre sehr zum Image Rumäniens beigetragen haben, weg von der überwiegend negativen Berichterstattung der 90er und 2000er Jahre.

Der Protest erreichte ungeahnte Größe, als es gegen die rumänische Regierungsverordnung OUG13 ging. Was ist das denn für eine Verordnung?

Schreiter: OUG13 war eine Regierungsverordnung im Januar 2017, die maßgeblich als ein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und den Kampf gegen Korruption verstanden wurde. Genau ging es darum, Korruptionsdelikte unter 50.000 Euro unter Straffreiheit zu
stellen.

Was können wir lernen?

Rammelt: In den letzten Jahren können Proteste in Rumänien einige Erfolge verzeichnen. Zahlreiche kontroverse politische Entscheidungen wurden zurückgenommen, mehrere Regierungen sind zurückgetreten. Das lag aber durchaus auch am Erfahrungsmangel der Obrigkeit mit Demonstrationen. Das ändert sich gerade wieder.

Portavoce – Die rumänische Kultur des Protests, 16. März, 18 Uhr, Schaubuehne Lindenfels; 28. März, 18 Uhr, Prager Fruehling, www.kirschbaum-pictures.de/portavoce

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Mono Inc.

29. März, Haus Auensee
Das neueste Werk der vier Gothic-Rocker von Mono Inc. entführt mit astreinem Düstersound in die Zeit der Pest inHamburg und macht mit rockiger Brillianz auf aktuelle Missstände aufmerksam. Doch von Müdigkeit sind dieDark-Rock-Pioniere weit entfernt. Erstmal laden sie zu einem einmaligen Tourerlebnis ein – der "Symphonic Tour"!
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Aus vollem Halse

Es ist Zeit, große Musik zu feiern. „Ostrock meets Classic" geht auf Tour. Auch in Halle und Leipzig. Der Rockhaus-Frontmann Mike Kilian ist einer der Gäste der Tour und eben auch in Halle mit dabei. FRIZZ-Redakteur Volly Tanner hat bei ihm nachgefragt

Guten Tag, Mike Kilian. Du wirst bei sechs der zwölf „Ostrock meets Classic2-Konzerte dieses Jahr als Gast auf der Bühne zu erleben sein. Warum nur bei sechs und begleiten Dich Deine anderen Mannen aus dem Rockhaus?

Ich wäre gern bei allen Konzerten dabei gewesen, weil es ein tolles Projekt ist und man doch sehr stolz auf das Thema sein kann, aber es war terminlich nicht möglich. Auf der Bühne werde nur ich stehen, aber von einem Orchester samt der hauseigenen Rockband
begleitet. Ich habe den „Segen" der Rockhaus-Jungs.

Die Tour ist nach dem 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls benannt. Ein großes, zutiefst emotionales und lebensveränderndes Ereignis. Weißt Du noch, was du am Tage des Mauerfalls gemacht hast?

Ich kam gegen Mittag mit Rockhaus von einer sechswöchigen Russland-Tour wieder, und abends ging die Mauer auf – einfach irre!

Deine jetzigen Lieder und die Deiner Band haben viel Tiefe und sind trotzdem leicht zugänglich. Wie siehst Du die Resonanz auf Deine Arbeit? Braucht es mehr?

Solange wir um 20 Uhr die Bühne betreten und der Saal ist voll, wissen wir, dass nicht alles schlecht war und wir noch etwas zu sagen haben und den Leuten noch was geben können. Wir setzen uns die Latte immer hoch, und bis jetzt sind wir immer ein Stück weiter gegangen.

Du sportelst ja auch, laufend. Warum? Muss ein Rockstar heutzutage quickgesund sein?

Ha! Das muss jeder für sich entscheiden. Ich stand vor ein paar Jahren schnaufend vor meiner Wohnung, mit dem Einkauf in der Hand, und als ich dann auch noch in einer Umkleidekabine neue Sachen anprobieren wollte und mich in dem Spiegel sah, dachte ich, jetzt ist Schluss. Inzwischen sind es zwölf Kilo weniger, und ich fühle mich wohl und tue etwas für meinen Körper und mein kleines Herz. Ich will noch lange Musik machen mit all meinen Projekten und tollen Kollegen und mir auch mal einen guten Tropfen gönnen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Wann gibt es eigentlich neues musikalisches Futter von Rockhaus und von Dir solo?

Wir werden diesen Sommer ein paar Konzerte spielen und im Herbst eine ganze Tour mit neuem Album. Wir freuen uns schon wie Bolle. 2020 gehört dann wieder Mike solo.

Immer öfter gehen Menschen, die mit uns Lebenswege beschritten, vor uns. Euer Keyboarder Carsten Mohren ist da nur einer. Wie gehst du mit diesen Verlusten um?

Ich versuche das Leben, jeden Tag, zu genießen und das Glas halb voll zu sehen. Auch wir als Rockhaus gehen seitdem irgendwie liebevoller miteinander um – das tut uns sehr gut. Solche Schicksale, wie bei Beathoven zeigen dir, dass alles so schnell enden kann.

Quaster von den Puhdys, der ja auch der Adoptivvater von Beathoven war, übernimmt die anderen „Ostrock meets Classic"-Shows und spielt auch einige als Gast mit Dir zusammen. Nun kursierte ja zu Vorwendezeiten die lustige Aussage, dass Ihr als Rockhaus die Puhdys beerben wolltet. Was Ihr ja jetzt auch habt, schließlich gibt es euch noch. Und die Puhdys nicht mehr. Wie ist Dein Verhältnis zu Dieter „Quaster" Hertrampf?

Wir haben ein kollegiales, herzliches Verhältnis. Wir hatten damals dieses TV-Special, wo wir was über uns erzählen sollten. Als Heinz nix einfiel, sagte der damalige Moderator Alex Lehmberg zu Heinz: Sag doch „den berühmten Satz", der uns bis heute verfolgt. Hahaha. Wenn bis dahin keiner Rockhaus kannte, kannte er wenigstens den Satz. Das nennt man wohl heute „die perfekte Schlagzeile".

Wenn Du solo unterwegs bist, machst Du ja auch alles alleine – außer, dass auf der Bühne dein Freund Sorje dabei ist. Management, Lieder, Produktion, Vermarktung, Label. Alles Kilian. Willst Du solo nicht in ein Boot mit anderen Spielern? Geht’s um Selbstermächtigung? Worum geht es?

Halt halt, nicht alles! Auf der Bühne hat mich in den letzten Jahren auch der fantastische Uwe Fischer begleitet. Ich hole mir schon Hilfe, wenn ich etwas nicht kann. Genauso beim Management; es kostet viel Zeit, eine Tour zusammenzustellen und alles zu organisieren. Die Zeit nutze ich lieber, um Songs zu schreiben. Auch beim letzten Schliff habe ich mir immer Hilfe geholt, vom Film- und Musikproduzenten Rainer Oleak, der unter anderem auch unsere letzten Rockhaus-Alben produziert und
gemischt hat. Das andere kann ich ganz gut und habe Riesenspaß dabei. Und wenn mal was schief läuft, weiß ich ja sofort, wer es war.

Meine gute Freundin Sabine Schierwagen wird bei der Band zur Show singen. Gibt’s solche Duette wie anno dazumal bei den Gitarreros – ich sah Euch in der Galgenbergschlucht Halle – zwischen Dir und Tamara Danz?

So etwas ist wohl nicht geplant, soweit ich weiß. Ich werde dort „nur" ein paar Rockhaus-Songs zum Besten geben. Die aber dann aus vollem Halse.

Ostrock meets Classic-Tour, 30. März, 20 Uhr, Steintor-Varieté, Halle, 9. November, 20 Uhr, Peterskirche, Leipzig; Tickets und Infos: www.ostrock-meets-classic.com, www.mikekilian.de

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Bodytopia - Olaf Martens in Halle

Olaf Martens: Bodytopia/Zone Ost, Kunsthalle, Halle 30.3. bis 16.6., Vernissage am 29.3., 20 Uhr, Di–Fr 14–19 Uhr, Sa/So 14–18 Uhr, 7 (erm. 5 Euro), www.kunstverein-talstrasse.de

Der Leipziger Fotokünstler Olaf Martens zählt zu den bekanntesten Provokateuren der zeitgenössischen Fotografie. In „Bodytopia" stellt die Kunsthalle „Talstrasse" Fotoarbeiten aus den 1990er Jahren seinen neuen und neuesten Arbeiten gegenüber. Der gebürtige Hallenser, der sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig absolviert hat, ist seit den 1990er Jahren für seine Inszenierungen
maskierter Frauen bekannt. Die Maskerade ist ein Motiv, das sich durch sein gesamtes Schaffen zieht und auch in seinen neuesten Projekten „Futuropolis ist eine Stadt der Frauen" und „Dystopia" (Abb.) erneut aufgegriffen wird.

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Saltatio Mortis

30. März, Haus Auensee
Saltatio Mortis bilden mit die Speerspitze der Szene! Mit dem aktuellen Album "Brot und Spiele" setzen die Karlsruher erneut auf zeitkritische Themen und nehmen wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Damit haben sich dieMusiker von der einstigen Mittelalterband zu einer Größe unter den deutschsprachigen Rockbands entwickelt.
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Unbeugsam und unabhängig - Renft im Anker

Renft, 30. März, Anker, 21 Uhr, www.anker-leipzig.de

Jeder, der sich im Ostrock ein wenig auskennt, kennt diese Band. Sie sind Hoffnungsträger für die älter gewordenen Fans. Nun können auch die Kinder die Jugendjahre ihrer Väter und Mütter nacherleben. Stilistisch unabhängig von Mode und Trends bezeugen die Songs von Renft Unbeugsamkeit und erinnern an Zivilcourage. Das Programm stützt sich auf die drei unterschiedlichen Sänger: Peter „Cäsar" Gläser, Christian „Kuno" Kunert und Thomas „Monster" Schoppe.

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ZSK

30. März, Täubchenthal
Hoffnung?! Was tun, wenn jedes Wochenende Flüchtlingsunterkünfte brennen und die AfD im Bundestagsitzt? – Laut werden. Richtig laut werden! So die Antwort von ZSK. Und so ist die Berliner Punk Rock Band mitihrem fünften Studio-Album "Hallo Hoffnung" auf Tour, um die Kunde unter die Leute zu bringen!
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Mariza

31. März, Haus Auensee
Ihrem Ruf als Ausnahmeerscheinung eilt der "Königin des Fado" voraus! Und vor allem live auf der Bühne weiß Marizaihr Publikum nachhaltig zu begeistern und mit unvergleichlicher Stimme und atemberaubender Bühnenpräsenz,geradezu magische Momente zu kreieren, mit deren Hilfe es ihr stets gelingt, das Publikum einzufangen.
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Spiritual, Gospel, Popsong

Salttown Voices in der Georgenkirche

Salttown Voices? Das ist ein Chor, dessen musikalische Bandbreite sich von Spiritual über Gospel bis hin zum Popsong erstreckt. Der Chor hat sich 1987 gegründet. Unter der Leitung von Oliver Burse hat die künstlerische Arbeit des Ensembles enorm an Qualität gewonnen, so sind heute bis zu siebenstimmige Chorsätze zu erleben. Klare Stimmen und Begeisterung, die Emotionalität der Musik wird Sie faszinieren. Das Konzert bildet die Grundlage einer CD-Produktion.

Salttown Voices, 13. April, Georgenkirche, Halle, 19.30 Uhr, www.womeninjazz.de

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Makellose Lieder des Mutes - Esther Kaiser in Teutschenthal

Esther Kaiser und Band – Songs for Courage, 17. April, Schloss Teutschenthal in Teutschenthal, 19.30 Uhr, Tickets: www.womeninjazz.de

Das neue Projekt „Songs of Courage" der Berliner Sängerin Esther Kaiser beschrieb die FAZ so: „Es sind raue Zeiten, da fühlen sich auch Jazzmusiker wieder bemüßigt, sich politisch zu positionieren. Makellose und aufregend neu klingende Interpretationen von Brecht bis John Farnham hat sie aufgenommen." Von Klassikern wie „Where have all the flowers gone" bis zu „This is not America" von David Bowie ist alles dabei. Kaisers schimmernde Stimme und ihre Band runden das Ganze perfekt ab.

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Poppiger, leichter, urbaner - Alexa Feser im Werk 2

Alexa Feser, 26. April, Werk 2, 20 Uhr, www.alexafeser.de

Am 10. Mai erscheint das neue Album von Alexa Feser, bereits der Titel "A!" setzt Zeichen. Und die stehen auf Veränderung. Die Songwriterinverlieh dem Deutschpop mit ihrem Vorgänger-Album „Zwischen den Sekunden"eine neue Tiefe. Das Repertoire von "A!" wird an diese Klasseanknüpfen – aber eben anders. Die erste Single "Gold reden" mit einem urbanen, modernen Beat schwingt das Genre in neue Höhen. "Es ist poppiger, leichter", sagt Alexa Feser.

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Erik-Satie-Hommage - Tamar Halperin im Händel-Haus

Tamar Halperin - Satie-Interpretationen, 27. April, Händel-Haus Halle, 11 Uhr, Tickets: www.womeninjazz.de

Die 1976 in Tel Aviv geborene Cembalistin, Pianistin und Dirigentin Tamar Halperin studierte nach einer Karriere als Tennisspielerin Musik in Tel Aviv, Basel und New York. Die Kompositionen von Erik Satie (1866–1925) zerlegt die Künstlerin in Einzelstimmen, sie spielte sie auf unterschiedlichen Instrumenten: Konzertflügel, Cembalo, Glockenspiel, Hammondorgel, Wurlitzer-Piano. Ergänzend lässt Sie Saties Inspiration auf ihm nachfolgende Künstler einfließen, von Miles Davis bis Man Ray.

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Jazz, Klassik, Soul - NES im Biozentrum

NES, 29. April, Biozentrum in Halle, Weinbergweg 22, 20 Uhr, www.womeninjazz.de

NES – das sind drei Sprachen, drei Instrumente, drei Künstler und eine einheitliche musikalische Identität. Nesrine Belmokh, Matthieu Saglio und David Gadea spielen Lieder in Englisch, Arabisch und Französisch, voller Anmut und Emotionen. Der Klang wird durch den Reichtum ihres Globetrotter-Lebens und ihrer musikalischen Erfahrungen geprägt, von Jazz bis Klassik, von Soul und bis zur traditionellen arabischen Musik. Schön.
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Im Powerhouse

Das diesjährige „Women in Jazz"-Festival in Halle fokussiert sich auf die britische Jazzszene. Dass sich der Jazz in seiner Vielfalt auch populären Einflüssen nicht entziehen kann, zeigt dann die Jazznight in der halleschen Händel-Halle. Dabei steht die Musik von Judith Hill und Julie Erikssen im Vordergrund

Sanft, rhythmisch, kraftvoll. Ohne Zweifel gehört Judith Hill, Jahrgang 1984, heute zu den großen Stimmen der amerikanischen Musikszene. Als Tochter der japanischen Pianistin Michiko und des R&B-Bassisten Robert Hill nahm sie den Spirit des US-amerikanischen Pop, Funk und R&B mit der Muttermilch auf. So stand Hill in jungen Jahren als Background-Sängerin an der Seite von Künstlern wie Anastacia, Robbie Williams, Stevie Wonder oder Elton John. Sie arbeitete viele Jahre mit Michael Jackson und Prince, mit dem sie sogar liiert war, zusammen.
Die große öffentliche Aufmerksamkeit folgte 2009. Hill sang auf Michael Jacksons offizieller Trauerfeier den Klassiker „Heal the World". Doch statt nun die Wellen zu reiten, entschied sich Hill erst einmal dafür, ihren eigenen Stil zu finden. Der Weg hat sich gelohnt, heute wird sie vom Rolling Stone für ihren „Powerhouse-Gesang" gelobt, heute tritt sie selbst in jene Fußstapfen, von denen sie jahrelang gelernt hat.
Hill interpretiert zwar weiterhin Jazz- und Popsongs ihrer Weggefährten, aber auch ihre eigenen Werke zeigen, wie mächtig Jazz, Soul und R&B in die Seele greifen können. Hills Debütalbum „Back in Time", produziert von und mit Prince, ist 2015 erschienen, ihr zweites Album „Golden Child" folgte 2018. Kommt nun die Begnadete nach Halle, wird die Händel-Halle zu einer pulsierenden Jazz-Arena, zumal auch noch die Sängerin, Pianistin und Gitarristin Julie Erikssen, Jahrgang 1982, den Abend eröffnen wird.
Erikssen, die 2003 erstmals bei Sony unter dem Pseudonym Jody veröffentlichte, tourte lange mit ihrem Swing-Quartett durch Frankreich, 2018 folgte die Veröffentlichung des zeitgenössischen Jazz-Album „Out of Chaos". Hill und Erikssen werden einen jungen und belebenden Zugang zu Jazz, R&B, Blues und Pop präsentieren. Und in den Foyers der Händel-Halle werden coole Drinks und Pianoklänge gereicht. Da gibt es Zucker ins Blut, da vibriert die Luft. Schön.

Julie Erikssen und Judith Hill – Jazznight, 30. April, Händel-Halle, Halle, 20 Uhr, Tickets: www.womeninjazz.de

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Truman Capote trifft Marilyn Monroe - Hannelore Elsner in der Oper

Hannelore Elsner liest Truman Capote, 1. Mai, Oper Halle, 17 Uhr, Tickets: www.womeninjazz.de

Der Bestseller-Autor Truman Capote („Frühstück bei Tiffany", „Kaltblütig") war Vertrauter der Stars und Ikonen seiner Zeit. Auch Marilyn Monroe war eine enge Freundin, das literarische Porträt „Ein bildhübsches Kind" (1955) zeugt davon. Dort wird ein Dialog geführt, neben dem schrulligen Zyniker Truman Capote begegnen wir einer sensiblen, witzigen und selbstkritischen Monroe. Diesem Text leiht Hannelore Elsner ihre warme und wandelbare Stimme. Begleitet wird sie dabei vom Quartett des Schweizer Jazzmusikers David Klein.

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Magisches Zirkus-Erlebnis - Afrika! Afrika! in der Arena

Afrika! Afrika!, 22. Mai, Arena Leipzig, 19.30 Uhr, www.arena-leipzig.de

Die Neuinszenierung des Welterfolges "Afrika! Afrika!" ist ein über zweistündiges Show-Spektakel, es zeigt die Vielfalt Afrikas, wirft Schlaglichter auf Vergangenheit und Moderne. Es transportiert einen Spirit, der als pure Lebensfreude beschrieben werden kann. "Wir haben alle verschiedene Kulturen und Sprachen, aber wir arbeiten zusammen", erklärt Handstand-Artistin Tiblet Alemayehu aus Äthiopien. Nach einer Idee von André Heller gibt es ein magisches Zirkus-Erlebnis.

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Sommer, Sonne, Sonnenschein - Highfield-Festival in Großpösna

Highfield, 16. bis 18. August 2019, Großpösna, alle Infos: www.highfield.de

Wenn bald mehr als 20.000 Kurzurlauber an den Störmthaler See pilgern, ist wieder Highfield-Zeit. Ostdeutschlands größtes Rockfestival bietet alles, was das Sommerherz begehrt. Entspannte Leute, internationale Top-Acts, angesagte Newcomer. Morgens am Strand chillen, mittags ins kühle Nass eintauchen. Und am Abend geht die Sonne über den Zeltplätzen unter. Mit dabei sind beispielsweise Feine Sahne Fischfilet, Fettes Brot oder The Prodigy.

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Kleine große Liebe - Annett Louisan im Gewandhaus

Annett Louisan – Kleine große Liebe, 5. November, Gewandhaus, 20 Uhr, Tickets: www.semmel.de

Annett Louisan ist die Stimme des deutschsprachigen Chansons. Am 29. März veröffentlicht sie ihr langerwartetes neues Album „Kleine große Liebe". Louisan ist angekommen, um gleich wieder loszufahren. Das neue Album ist eines, das schlüssig in ihre Lebens- und Künstlergeschichte passt. Angekommen ist sie, weil alle Träume des Jungseins gelebt sind, weil so viele neue Wege zu gehen und zu leben sind.

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Aus vollem Halse

Es ist Zeit, große Musik zu feiern. „Ostrock meets Classic" geht auf Tour. Auch in Halle und Leipzig. Der Rockhaus-Frontmann Mike Kilian ist einer der Gäste der Tour und eben auch in Halle mit dabei. FRIZZ-Redakteur Volly Tanner hat bei ihm nachgefragt

Guten Tag, Mike Kilian. Du wirst bei sechs der zwölf „Ostrock meets Classic2-Konzerte dieses Jahr als Gast auf der Bühne zu erleben sein. Warum nur bei sechs und begleiten Dich Deine anderen Mannen aus dem Rockhaus?

Ich wäre gern bei allen Konzerten dabei gewesen, weil es ein tolles Projekt ist und man doch sehr stolz auf das Thema sein kann, aber es war terminlich nicht möglich. Auf der Bühne werde nur ich stehen, aber von einem Orchester samt der hauseigenen Rockband
begleitet. Ich habe den „Segen" der Rockhaus-Jungs.

Die Tour ist nach dem 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls benannt. Ein großes, zutiefst emotionales und lebensveränderndes Ereignis. Weißt Du noch, was du am Tage des Mauerfalls gemacht hast?

Ich kam gegen Mittag mit Rockhaus von einer sechswöchigen Russland-Tour wieder, und abends ging die Mauer auf – einfach irre!

Deine jetzigen Lieder und die Deiner Band haben viel Tiefe und sind trotzdem leicht zugänglich. Wie siehst Du die Resonanz auf Deine Arbeit? Braucht es mehr?

Solange wir um 20 Uhr die Bühne betreten und der Saal ist voll, wissen wir, dass nicht alles schlecht war und wir noch etwas zu sagen haben und den Leuten noch was geben können. Wir setzen uns die Latte immer hoch, und bis jetzt sind wir immer ein Stück weiter gegangen.

Du sportelst ja auch, laufend. Warum? Muss ein Rockstar heutzutage quickgesund sein?

Ha! Das muss jeder für sich entscheiden. Ich stand vor ein paar Jahren schnaufend vor meiner Wohnung, mit dem Einkauf in der Hand, und als ich dann auch noch in einer Umkleidekabine neue Sachen anprobieren wollte und mich in dem Spiegel sah, dachte ich, jetzt ist Schluss. Inzwischen sind es zwölf Kilo weniger, und ich fühle mich wohl und tue etwas für meinen Körper und mein kleines Herz. Ich will noch lange Musik machen mit all meinen Projekten und tollen Kollegen und mir auch mal einen guten Tropfen gönnen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Wann gibt es eigentlich neues musikalisches Futter von Rockhaus und von Dir solo?

Wir werden diesen Sommer ein paar Konzerte spielen und im Herbst eine ganze Tour mit neuem Album. Wir freuen uns schon wie Bolle. 2020 gehört dann wieder Mike solo.

Immer öfter gehen Menschen, die mit uns Lebenswege beschritten, vor uns. Euer Keyboarder Carsten Mohren ist da nur einer. Wie gehst du mit diesen Verlusten um?

Ich versuche das Leben, jeden Tag, zu genießen und das Glas halb voll zu sehen. Auch wir als Rockhaus gehen seitdem irgendwie liebevoller miteinander um – das tut uns sehr gut. Solche Schicksale, wie bei Beathoven zeigen dir, dass alles so schnell enden kann.

Quaster von den Puhdys, der ja auch der Adoptivvater von Beathoven war, übernimmt die anderen „Ostrock meets Classic"-Shows und spielt auch einige als Gast mit Dir zusammen. Nun kursierte ja zu Vorwendezeiten die lustige Aussage, dass Ihr als Rockhaus die Puhdys beerben wolltet. Was Ihr ja jetzt auch habt, schließlich gibt es euch noch. Und die Puhdys nicht mehr. Wie ist Dein Verhältnis zu Dieter „Quaster" Hertrampf?

Wir haben ein kollegiales, herzliches Verhältnis. Wir hatten damals dieses TV-Special, wo wir was über uns erzählen sollten. Als Heinz nix einfiel, sagte der damalige Moderator Alex Lehmberg zu Heinz: Sag doch „den berühmten Satz", der uns bis heute verfolgt. Hahaha. Wenn bis dahin keiner Rockhaus kannte, kannte er wenigstens den Satz. Das nennt man wohl heute „die perfekte Schlagzeile".

Wenn Du solo unterwegs bist, machst Du ja auch alles alleine – außer, dass auf der Bühne dein Freund Sorje dabei ist. Management, Lieder, Produktion, Vermarktung, Label. Alles Kilian. Willst Du solo nicht in ein Boot mit anderen Spielern? Geht’s um Selbstermächtigung? Worum geht es?

Halt halt, nicht alles! Auf der Bühne hat mich in den letzten Jahren auch der fantastische Uwe Fischer begleitet. Ich hole mir schon Hilfe, wenn ich etwas nicht kann. Genauso beim Management; es kostet viel Zeit, eine Tour zusammenzustellen und alles zu organisieren. Die Zeit nutze ich lieber, um Songs zu schreiben. Auch beim letzten Schliff habe ich mir immer Hilfe geholt, vom Film- und Musikproduzenten Rainer Oleak, der unter anderem auch unsere letzten Rockhaus-Alben produziert und
gemischt hat. Das andere kann ich ganz gut und habe Riesenspaß dabei. Und wenn mal was schief läuft, weiß ich ja sofort, wer es war.

Meine gute Freundin Sabine Schierwagen wird bei der Band zur Show singen. Gibt’s solche Duette wie anno dazumal bei den Gitarreros – ich sah Euch in der Galgenbergschlucht Halle – zwischen Dir und Tamara Danz?

So etwas ist wohl nicht geplant, soweit ich weiß. Ich werde dort „nur" ein paar Rockhaus-Songs zum Besten geben. Die aber dann aus vollem Halse.

Ostrock meets Classic-Tour, 30. März, 20 Uhr, Steintor-Varieté, Halle, 9. November, 20 Uhr, Peterskirche, Leipzig; Tickets und Infos: www.ostrock-meets-classic.com, www.mikekilian.de

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Keimzeit eben

Metaphorische Balladen, rhythmischer Reggae, im Liedermacher-Gewande lauern Blues, Country und Rock. Die aus dem Land Brandenburg stammende Band Keimzeit um Sänger Norbert Leisegang legt mit dem neuen Album „Das Schloss" wieder ein harmonisches Gesamtkunstwerk vor, mit dem sie auch in diesem Jahr noch in Leipzig vorbeischauen

Natürlich darf man die Assoziation fließen lassen, denn „Das Schloss" ist ein unvollendeter Roman des Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924). Natürlich lässt sich all die Interpretationskraft, die ein Kafka-Werk braucht, auch bei Keimzeit anwenden. Der Texter und Sänger Norbert Leisegang spielt gerne mit Parabeln und Metaphern, kleine Alltagssituationen bekommen so die Weihe einer höheren Bedeutung. Das ist ein Umstand, den man allzu oft vergisst, wenn man nur das Ticket nach „Feuerland" lösen will, um dort eine zünftige „Kling Klang"-Party abzureißen: „Ich steck dir die halbe Tüte Erdnusschips / In deinen zuckersüßen Mund."
Kann man sich noch ein öffentliches Fest im Land Brandenburg ohne diesen Ohrwurm vom Album „Bunte Scherben" (1993) vorstellen? Und doch ist Keimzeit wesentlich mehr als eine Assoziation, die heute nach Ballermann und Massenparty schmeckt. Das neue Album „Das Schloss" vereint zwölf Songs, in denen es um ein persönliches Zurückschauen, um einen Abgesang auf die Populisten- und Fake-News-Zeit geht.
Gestartet wird eine Zeitreise durch fast vier Dekaden, es entsteht eine weitere Bekräftigung dessen, was die Herren über Jahre zu einer Kultband gemacht hat. Bei Keimzeit stand schon immer, stets spielerisch offen, das Motiv der Freiheit im Vordergrund. Bei Keimzeit eröffnet die Gelassenheit den Zugang zur melancholischen Zeitlosigkeit, die weit entfernt von Einkaufstempeln ihr Glück findet.
Da geht es um die Liebe und den Schmerz, um erdige Haltungen, um skurrile Begegnungen, die nur in den Zwischenräumen wahrgenommen werden können. So ist das neue Werk auch keine Neuerfindung der Band, vielmehr erinnert die Atmosphäre des Albums an eine wohltuende Kontinuität, die sich im deutschsprachigen Raum wohl nur Element of Crime so leisten können. Bei beiden Bands ist es nämlich ein Qualitätsausweis, wenn man nach jedem neuen Album feststellt, dass die Musiker ihrem bekannten Stil treu geblieben sind. Das Album „Das Schloss" ist wieder gefühlvoll, witzig und musikalisch beeindruckend. Keimzeit eben. Was so lapidar klingt, ist in diesem Falle ein schönes Kompliment.

Keimzeit, 13. Dezember, Haus Auensee in Leipzig, 20 Uhr, Tickets: www.mawi-concert.de

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